Urbanistica fordert polyzentrische Entwicklung der Schweiz

Zürich – Die Schweiz hat laut der Vereinigung Urbanistica eine ausreichende Verkehrsinfrastruktur für eine Schweiz mit 10 Millionen Menschen. Kleinere und mittlere Städte sollten als Arbeits- und Wohnorte aufgewertet werden. Der Verkehrsfonds sollte dafür pro Jahr 500 Millionen Franken beisteuern.

Die Vereinigung Urbanistica fordert einen Paradigmenwechsel in der Raumplanung. Die heutige Konzentration auf grosse Zentren und auf den steten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur verschärfe die Wohnungsknappheit, führe zu ungebremst steigenden Wohnungspreisen und immer grösseren Pendlerströmen, schreibt die im Juni 2023 gegründete Vereinigung für guten Städtebau in einer Resolution.

Künftig sollte die Siedlungsentwicklung an Orten erfolgen, die bereits über eine gute Verkehrsinfrastruktur verfügten. „Die bestehende Verkehrsinfrastruktur ist grundsätzlich ausreichend, um ein Bevölkerungswachstum auf bis zu 10 Millionen Einwohner und die damit einhergehende wirtschaftliche Entwicklung aufzunehmen“, heisst es in der Resolution. Nur müssten die kleineren und mittleren Städte wieder als interessante Arbeitsorte mit attraktiver Versorgung und hoher Freizeitqualität aufgewertet werden. Das führe zu ausreichend Wohnraum, hoher Siedlungsqualität, nachhaltigem Wirtschaftswachstum und geringerer Mobilität.

Die Raumplanung solle sich daher auf eine polyzentrische, vernetzte und städtisch geprägte Siedlungsstruktur ausrichten, auf ein Städtenetz Schweiz 2.0. Dafür sollte ein Viertel der Mittel aus dem heutigen Verkehrsfonds, jährlich 500 Millionen Franken, zur Verfügung gestellt werden.

Urbanistica hatte bereits bei seiner Gründung ein Manifest für eine nachhaltige Städteplanung lanciert. Das Manifest soll einen Diskurs über Stadtplanung und Städtebau anregen und wurde von bisher 1500 Personen aus Wirtschaft, Hochschulen und Verwaltung unterzeichnet.

Die jetzige Resolution wurde von einer Reihe von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen vorbereitet. An den Diskussionen haben sich beteiligt: Vincent Albers, Christoph Caviezel, Prof. Kees Christiaanse, Remo Daguati, Balz Halter, Thomas Held, Michael Hermann, Alice Hollenstein, Joris Jehle, Dunja Kovari, Prof. Stefan Kurath, Prof. Vittorio Magnago Lampugnani, Martin Neff, Mirjam Niemeyer Haris Piplas Marco Salvi, Markus Schäfer, Thomas Sevcik, Pascal Vincent, Joris van Wezemael. ce/stk