Video: Kompotoi revolutioniert die mobile Toilette

„Aus den Augen aus dem Sinn“… so funktioniert das Abwassersystem in unserer westlichen Gesellschaft. Mit viel sauberem Wasser lassen wir Schweizer unsere Fäzes und Urin im Abwasserkanal verschwinden. Kompotoi revolutioniert die Toilette, indem sie “Human Output” als Rohstoff ansehen, rezyklieren und in den natürlichen Kreislauf zurückbringen. Im Video erklärt der Gründer Jojo Linder wie es funktioniert und welche Auswirkungen diese Revolution mit sich bringt.

Video: Kompotoi revolutioniert die mobile Toilette

Zu Kompotoi

Welche gesellschaftlichen Herausforderungen adressiert Kompotoi?

Herkömmliche Toiletten benötigen 6 bis 9 Liter pro Spülung. Dies entspricht durchschnittlich 41 Liter pro Tag und ganze 15‘000 Liter pro Jahr. Sauberes Wasser ist jedoch auch in der Schweiz zeitweise eine knappe Ressource. In den letzten Jahren gab es unter anderem aufgrund von Wassermangel Ernteausfälle in der Landwirtschaft, tiefe Wasserpegel in Seen und anderen Gewässern, Fischsterben und knappes Trinkwasser in einigen Gemeinden. Weiter muss das „verbrauchte Wasser“ kosten- und energieaufwändig gereinigt und wiederaufbereitet werden. Doch nicht nur das. Im von Kompotoi genannten „Human Output“ sind wertvolle Nährstoffe vorhanden, die durch den herkömmlichen Prozess verloren gehen. Statt diesen lokalen Dünger zu nutzen, wird er energieaufwendig produziert und importiert. Weiter ist eine kostspielige Infrastruktur nötig, um dieses System zu erhalten. Ein Luxus, welchen wir uns in der Schweiz leisten können. Doch gibt es keine andere Lösung?

Genau mit dieser Problematik und den damit verbundenen Herausforderungen beschäftigt sich Kompotoi. Das Unternehmen entwickelte umweltfreundliche und geruchsfreie Trockentoiletten auf Kompostbasis und vermietet diese  bereits in Zürich, Basel, Bern und Graubünden.

Welchen Lösungsansatz wählte Kompotoi?

Mit den Trockentoiletten auf Kompostbasis wird kein Wasser verschmutzt und keine Chemie benötigt. Stattdessen wird Einstreu verwendet. Wichtig ist, dass dieser kohlenstoffhaltig und saugfähig ist und eine gewisse Struktur hat (kein Sägemehl). Durch die Kompostierung der anfallenden Sekundärressourcen schliesst sich ein wichtiger Kreislauf und wertvolle Nährstoffe werden als „Bodenverbesserer“ wiederverwendet. Zudem werden aufwändige und kostspielige Infrastrukturinvestitionen reduziert. Kompotoi hat Trockentoiletten für verschiedenste Bereiche entwickelt. Zum einen vermietet das Unternehmen Komposttoiletten für kleine bis grosse Anlässe. Dort werden Toilettenbesucher auf eine spielerische Weise mit Themen wie Wasser, Recycling, Kompost und Kreisläufe im Zusammenhang mit Toiletten vertraut gemacht. Zum anderen werden verschiedenste Trockentoiletten für den Heimgebrauch und fixe öffentliche Toiletteneinrichtungen angeboten.

Was sind die Herausforderungen?

Urin und Fäkalien, der tägliche Gang zur Toilette und die damit verbundenen (Umwelt-) Probleme sind ein Tabuthema.  Dies ist gemäss Jojo Linder die grösste Herausforderung für Kompotoi. Zudem gibt es viele Vorurteile gegenüber von Trockentoiletten. So gibt es beispielsweise die falsche Annahme, dass ein Kompost-WC stinkt, was so nicht stimmt.  Überzeugungsarbeit braucht es auch bezüglich der gewonnenen Erde. Diese ist sauber und für den Anbau von Früchten und Gemüsen geeignet. Sie hat mit unseren Ausscheidungen nichts mehr zu tun, was für viele Menschen schwierig nachvollziehbar ist.

Was sind die Auswirkungen (Impact)?

Die mobile Toilette ermöglicht auch an abgelegenen Orten einen Zugang zu einer nachhaltigen sanitären Einrichtung. Zudem ersetzt Kompotoi die aus Plastik hergestellten und chemisch betriebenen mobilen Toilettenhäuschen durch eine nachhaltigere Lösung. Die Verwendung von Trockentoiletten minimiert den Wasserverbrauch eines Toilettengangs und verhindert die aufwändige Trennung von Trinkwasser und Ausscheidungen nach dem Gebrauch.

Welche Vision strebt Kompotoi an?

Das Unternehmen möchte in Zukunft die ganze Schweiz lokal beliefern können. Vor allem im Ausland gibt es bezüglich sanitärer Einrichtungen jedoch noch viele Probleme. So hat laut der Weltgesundheitsorganisation rund jeder dritte Mensch auf dieser Erde keinen Zugang zu einer vernünftigen Toilette, was die Verbreitung von Krankheiten fördere und die Kindersterblichkeit steigere. Auch hier würde Kompotoi mit ihrer Lösung gerne einen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten.

Wie kann der Lösungsansatz multipliziert und skaliert werden?

Trockentoiletten sind grundsätzlich überall anwend- und nutzbar. Somit sind der Multiplikation und Skalierung kaum eine Grenze gesetzt.

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