# Swissmem setzt sich für Schweizer Beteiligung an Copernicus ein

Zürich – Schweizer Unternehmen droht ein Langfristschaden, wenn sich die Schweiz nicht am europäischen Copernicus-Programm zur Erdbeobachtung beteiligt. Swissmem hat deshalb den Bundesrat aufgefordert, am ursprünglichen Beschluss zur Teilnahme der Schweiz am EU-Programm festzuhalten.

Weltraumdaten sind für Schweizer Hochschulen und Unternehmen ein Technologiebereich mit grossem Potenzial. Mit der [Entscheidung](https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-100889.html) des Bundesrates vom 1. Mai, aus Budgetgründen auf eine Teilnahme am europäischen [Copernicus](https://www.copernicus.eu/)-Programm zur Erdbeobachtung vorerst zu verzichten, hat er allerdings einen Rückschlag erhalten.

[Swissmem](https://www.swissmem.ch/) hatte noch kurz vor dem Entscheid den Bundesrat in einem Brief aufgefordert, an dem 2022 getroffenen [Beschluss](https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-87213.html) zur Teilnahme der Schweiz festzuhalten. Der Industrieverband wies darauf hin, dass der Bund, Universitäten und Schweizer Unternehmen hohe Millionenbeträge investiert hätten, die nun verloren zu gehen drohten. Gerade jene Unternehmen wären von einem Ausschluss von künftigen Projekten betroffen, die in der Prototypenphase von der Europäischen Raumfahrtbehörde [ESA](https://www.esa.int/) unterstützt worden seien. Gemäss den Programmkriterien müssten sie Know-how und Immaterialgüter abgeben. 

Den Schweizer Unternehmen drohe ein Langfristschaden. Sie könnten gezwungen sein, Tätigkeiten ins Ausland zu verlagern. Das gefährde den Standort Schweiz, schreibt Swissmem.

Copernicus hat das Ziel, mit einem Netz von Satelliten und Bodenstationen die Erdoberfläche detailliert zu beobachten. Die Daten werden unter anderem für den Umweltschutz, den Katastrophenschutz und die Sicherheit verwendet. Der erste Satellit startete 2014, bis 2030 sollen 20 auf Umlaufbahnen stationiert sein. 

An den bisherigen Copernicus-Projekten sind etwa die Universitäten [Bern](https://www.unibe.ch/) und [Zürich](https://www.uzh.ch/de.html), die Eidgenössischen Technischen Hochschulen [Lausanne](https://www.epfl.ch/) und [Zürich](https://ethz.ch/) sowie Firmen wie [APCO Technologies](https://www.apco-technologies.eu/), [Beyond Gravity](https://www.beyondgravity.com/) (ehemals RUAG) und [Thales Alenia Space Switzerland](https://www.thalesgroup.com/en/countries/europe/thales-switzerland) beteiligt. Die in der Raumfahrttechnik tätigen Unternehmen sind in der [Swiss Space Industries Group](https://www.swissmem.ch/de/produkte-dienstleistungen/netzwerke/industriesektoren/raumfahrt.html) zusammengeschlossen, einer der rund 25 Industriesektoren von Swissmem. ce/stk
