Shore-to-Ship-Energie reduziert den ökologischen Fußabdruck von Schiffen

Im Jahr 2000 gab es im Hafen von Göteborg einen großen technologischen Durchbruch in der maritimen Industrie. Es war der erste Hafen überhaupt, der von der schweizerisch-schwedischen Firma ABB mit Landstrom ausgestattet wurde.

Diese Lösung kann sowohl die Emissions- als auch die Lärmbelastung in Häfen drastisch reduzieren

Diese Technologie, die auch als „Cold Ironing“ oder „Shoreside Power“ bezeichnet wird, besteht darin, Schiffe an landgestützte Stromnetze anzuschließen, wenn die Schiffe angedockt sind, um alle Hafenaktivitäten wie Beladung, Heizung, Kühlung oder Beleuchtung zu betreiben. Auf diese Weise können Fracht- und Kreuzfahrtschiffe ihre Hilfsmotoren abschalten und so Emissionen und Lärmbelästigung reduzieren.

Die schwedische Hafenanlage erwies sich schnell als effektiv, denn 2004 erhielt der Hafen von Göteborg den „Clean Marine Award“ für Umweltverantwortung von der Europäischen Union für die Reduzierung der hafeninternen Emissionen von Lärm und Luftschadstoffen. Seitdem wurden einige große Häfen auf der ganzen Welt so ausgerüstet, dass Schiffe während des Anlegens mit Strom versorgt werden können.

Die Landstromversorgung, eine Technologie, bei der ABB Pionierarbeit geleistet hat, ist in der Tat eine leistungsstarke Lösung für die Umweltverschmutzung im maritimen Sektor, ein wichtiges globales Problem. „Während eines 10-stündigen Aufenthalts im Hafen können die Dieselgeneratoren eines einzigen Kreuzfahrtschiffs 20 Tonnen Kraftstoff verbrennen und 60 Tonnen Kohlendioxid produzieren. Dies entspricht den jährlichen Gesamtemissionen von 25 durchschnittlichen europäischen Autos“, so ABB. In den letzten Jahren haben umfangreiche Studien die Auswirkungen der Schadstoffe von Schiffen aufgezeigt: vorzeitige Todesfälle, Atemwegs- und Herzerkrankungen, Störung von Meeressäugern…

„ABB bietet die komplette elektrische Infrastruktur, sowohl Onshore als auch Offshore, als schlüsselfertige Lösungen an, einschließlich eines Portfolios an wichtigen Systemkomponenten wie Frequenzumrichter, Hoch- und Mittelspannungsschaltanlagen, Transformatoren, Steuerungs- und Schutzsysteme usw.“, fügt das Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich hinzu.

Während die Installation dieser Infrastruktur sowohl für Reeder als auch für Hafenbehörden kostspielig ist, sind die sozioökonomischen und ökologischen Vorteile unbestreitbar. Durch die Reduzierung der CO2-Emissionen von Schiffen um mehr als 30 % und ihrer NOx- und Feinstaubemissionen um mehr als 95 % verbessert die Landstromversorgung die Luftqualität in Häfen und spart den Reedern gleichzeitig Treibstoffkosten.

Die landseitige Anbindung gewinnt als sehr effektive Lösung an Aufmerksamkeit: Regionen wie Kalifornien haben sie für alle Schiffe, die in ihren Häfen anlegen, verpflichtend gemacht, und einige Unternehmen, wie z. B. AIDA Kreuzfahrtschiffe, haben den Großteil ihrer Flotte damit ausgestattet. Aber der Fortschritt muss schneller gemacht werden. Massive Investitionen in diese Technologie gehörten zu den wichtigsten Vorschlägen, die Bertrand Piccard und die Stiftung Solar Impulse im Rahmen ihrer Arbeit an sauberer Mobilität im One Planet Lab gemacht haben.

Geschrieben von Tristan Lebleu