Neues Verfahren wiederverwertet E-Auto-Batterien effizienter

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Bern – Ein Innosuisse-Projekt für die effiziente Wiederverwertung von Lithium-Ionen-Batterien ist an der Berner Fachhochschule gestartet. Mit beteiligt sind das Start-up Librec, die Empa und der Switzerland Innovation Park Biel/Bienne. 2024 will Librec ein neuartiges Rezyklierungszentrum in Betrieb nehmen.

An der Berner Fachhochschule (BFH) hat ein neues Forschungsprojekt von Innosuisse seine Arbeit aufgenommen. Mit beteiligt ist das Start-up Librec aus Oensingen SO. Laut einer Mitteilung der BFH verfolgt es einen zwischen 2009 und 2016 an der Technischen Universität Braunschweig entwickelten und erforschten Ansatz weiter. Damit können bereits rund 70 Prozent der Komponenten zurückgewonnen werden. Librec will dieses Verfahren weiter optimieren. Dafür arbeitet es im Rahmen des Innosuisse-Projekts mit Forschenden der BFH, der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und dem Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB).

Das Forschungsprojekt umfasst sechs Aspekte im Wiederverwertungsprozess: die Identifizierung der Materialien einer Batterie, das Entladen und die Demontage der Batterien, die Rückgewinnung und Auftrennung des Elektrolyten sowie die Kostenmodellierung und die Ökobilanzierung aller Prozesse. Librec will die bisher manuelle Batteriedemontage teilautomatisieren. Schliesslich soll die Rückgewinnungsrate für Grafit und Lithium auf 80 Prozent erhöht werden. Für Kobalt, Nickel, Kupfer, Mangan und Aluminium soll sie bei 95 Prozent liegen.

Die BFH wird ihre Kompetenzen in der Kostenmodellierung und im Aufbau von Versuchsanlagen einbringen. Die Forschenden des Swiss Battery Technology Center im SIPBB wollen die Frage klären, welche Batterien sich für ein zweites Leben eignen und wie sich die Batterien möglichst effizient demontieren lassen. Die Gruppe Advancing Life Cycle Assessment der Empa wird sich um die Ökobilanzierung des gesamten Prozesses kümmern.

Anfang 2024 will Librec ein Recyclingzentrum für Antriebsbatterien in Betrieb nehmen. Dort soll die aus entladenen Batterien gewonnene Energie zwei Drittel der benötigten Prozessenergie bereitstellen. Die Betriebskosten sollen möglichst durch den Verkaufserlös der zurückgewonnenen Materialien gedeckt werden. mm