Mehrweg braucht Anreize

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Gland VD – Mehrwegverpackungen sind in der Regel umweltfreundlicher als Einwegoptionen. Doch der Mehrwegerfolg hängt von verschiedenen Faktoren wie Anzahl der Zyklen und Akzeptanz durch die Verbraucher ab. Eine Metastudie zweier Umweltstiftungen hat dies genauer untersucht.

Eine Metastudie der Walliser MAVA Stiftung und des in den Niederlanden als Stiftung eingetragenen Netzwerks Zero Waste Europe hat untersucht, unter welchen Bedingungen Mehrwegverpackungen umweltfreundlicher sind als Einweglösungen. Ihre Analyse bereits vorliegender Studien zeigt, dass der Erfolg von Mehrweg von verschiedenen Faktoren abhängt, etwa der Anzahl der Wiederverwendungszyklen, der Transportentfernungen und vom Gewicht der Verpackung. Auch die Wahl des Materials, der Behältertypen und der Anteil wiederverwendeter Materialien spielen eine wichtige Rolle. 

Von den drei Hauptphasen des Lebenszyklus eines Produkts – Produktion, Nutzung und Entsorgung – seien die Auswirkungen in Bezug auf das Erderwärmungspotenzial bei Einweg- und Mehrwegverpackungen normalerweise unterschiedlich. Während bei Einwegverpackungen in der Regel die Produktionsphase die intensivsten Treibhausgasemissionen verursachten, seien es bei Mehrwegverpackungen die Nutzungsphase, hauptsächlich aufgrund des Transports.

In Ökobilanzen zu wenig berücksichtigt werden nach Ansicht der Autoren der positive Einfluss standardisierter Behältnisse auf Pfandrücknahmesysteme sowie Anreize durch Rabatte und Belohnungen für die Verbraucher. Wenn Mehrwegverpackungen leicht zugänglich wären, einfach zurückgegeben werden könnten und von einer Vielzahl von Einrichtungen verwendet würden, erhöhe sich auch die Akzeptanz und damit die Nutzung durch die Kundschaft.

Wichtig sei auch, dass Mehrwegsysteme preislich mit Einwegverpackungen konkurrieren können. Hier sei die Gesetzgebung gefordert, entsprechende wirtschaftliche Anreize zu schaffen wie etwa progressive Rabatte für die Verbraucher bei jeder Wiederverwendung oder Nachfüllung oder Belohnungssysteme wie Rabatte für Einkäufe bei Partnereinrichtungen.

„Äusserst relevant“ wäre auch ein Indikator für das Müllpotenzial von Verpackungen, heisst es in der Studie weiter. Damit liesse sich eine bessere Vergleichbarkeit der verschiedenen Optionen herstellen. mm