Kreislaufwirtschaft würde CO2-Emissionen um 70 Prozent senken

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Davos/Frankfurt – Eine Kreislaufwirtschaft in Europa würde die Umweltverschmutzung bis 2040 um 72 Prozent und die CO2-Emissionen bis 2050 um 70 Prozent reduzieren, so das weltweit tätige Beratungsunternehmen Roland Berger. Daher sei für Unternehmen Nachhaltigkeit ein strategischer Imperativ.

Innovatives Produktdesign und Kreislaufwirtschaft zählen für Stefan Schaible, Global Managing Partner und Vorstandsmitglied bei Roland Berger mit Hauptsitz in Frankfurt, zu den „Fünf Hebeln zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft und zur Bekämpfung des Klimawandels“. Wie er in seinem so überschriebenen Blogbeitrag für das Weltwirtschaftsforums im Vorfeld des diesjährigen Treffens ausführt, basiere die traditionelle lineare Wirtschaft auf einem Modell, das nimmt, fertigt und vernichtet.

Dieses Modell sei nicht nur ressourcen- und emissionsintensiv, sondern erzeuge auch enorme Mengen an Abfall. Zu den weiteren Hebel zählt Schaible den intelligenten Abbau von Risiken, die Dekarbonisierung der Wertschöpfungskette, eine Unternehmenskultur, die Nachhaltigkeit und Leistung in Einklang bringt, sowie die Zusammenarbeit des öffentlichen und privaten Sektors.

Laut einer Analyse von Roland Berger würde eine Kreislaufwirtschaft die Umweltverschmutzung in Europa bis 2040 um 72 Prozent reduzieren. Zirkularität würde Material erhalten, das sonst verloren ginge. So könnte bis zum Jahr 2050 eine 70-prozentige Beseitigung der CO2-Emissionen erreicht und 1 Billion Dollar eingespart werden.

Dafür müssten Unternehmen den Materialmix ihrer Produkte überdenken und umweltschädliche Materialien durch ähnliche ersetzen, die weniger kohlenstoffintensiv sind. Zudem gäbe es die Möglichkeit, die Dimensionen von Produkten anzupassen oder ihren Lebenszyklus durch Wiederverwendung und Recycling zu verlängern. Darüber hinaus könnte deren gemeinsame Nutzung in verschiedenen Gemeinschaften als Product-as-a-Service-Angebot ermöglicht werden. „Es sind mutige Schritte erforderlich, nicht nur zum Wohl der Umwelt, sondern auch wegen der milliardenschweren Chancen, die die Kreislaufwirtschaft bietet“, so Schaible.

Zum Sitzungsprogramm des Weltwirtschaftsforums 2023 gehört auch eine Veranstaltung mit dem Titel „Bringing Circularity to Life“. Dort werden Fachleute erörtern, wie die Einführung von Kreislaufwirtschaft in Betriebs- und Geschäftsmodellen beschleunigt werden kann. Davos 2023 findet vom 16. bis 20. Januar statt. em