Energy Science Center verteidigt Energiewende

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Zürich – Forschende des Energy Science Center der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) legen dar, dass die Energiewende machbar und sinnvoll ist. Sie widersprechen damit einem Risikoforscher der ETH. Er habe bei seinen Berechnungen mangelhaft modelliert.

Das Energy Science Center der ETH (ESC) ruft dazu auf, die Energiestrategie nicht kaputt zu rechnen. In einem Beitrag im Zukunftsblog der ETH argumentieren Gariela Hug und ihre Kollegen am ESC, dass „die Energiewende machbar und sinnvoll“ sei. Dies zeige „umfassende Forschung“. 

Das ESC reagiert mit seinem Beitrag auf eine in der „NZZ“ veröffentlichte Einschätzung des ETH-Risikoforschers Didier Sornette. Er hatte prognostiziert, dass die Schweiz bei umgesetzter Energiewende im Januar 2050 fast 70 Prozent ihres Stroms importieren muss. Hug und Kollegen werfen dem Risikoforscher vor, bei seinen Berechnungen mangelhaft modelliert zu haben. 

Konkret seien Stromverbrauch und -produktion vom willkürlich gewählten Basisjahr 2017 aus für 2050 einfach um 37 Prozent aufgestockt worden. „Verschiebungen in den Verbrauchs- und Erzeugungsmustern werden dabei komplett ignoriert“, heisst es im Beitrag. Zudem werde das Potenzial für saisonale Anpassungen bei der Wasserkraft vernachlässigt. Darüber hinaus gehe die Studie des Risikoforschers ausschliesslich von einem Zubau an Photovoltaik aus. Saisonale Speichertechnologien oder synthetische Kraftstoffe würden ignoriert. 

Der Weg zur Energiewende sei nicht einfach, Forschende in der ganzen Schweiz seien aber damit beschäftigt, „basierend auf Fakten und Daten Modelle und Szenarien zu entwickeln und tragfähige Lösungsansätze zu liefern“, schreibt das ESC. Diese Forschungen hätten als zuverlässigsten und günstigsten Weg einen „Mix aus verschiedenen erneuerbaren Energiequellen zusammen mit flexiblen Ressourcen wie diversen Speichern, Gaskraftwerken (allenfalls betrieben mit synthetischem Gas) oder zum Beispiel auch Geothermie und einem funktionierenden Austausch mit den Nachbarländern“ aufgezeigt. hs